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Montag, 31. Juli 2006
Das Reich der Mitte Teil 2: Erste Tage und ein paar Tipps
frankybody, 08:56h
Ankunft in Beijing am 25.07. nach einem 12- stuendigen Flug der China Airways aus Muenchen. Nach allem was ich an Preisen und Reisebedingungen gehoert habe, war mein 600 Euro Direktflug ein Schnaeppchen, insbesondere da ich ihn erst eine Woche vor Abflug gebucht hatte. Vier Wochen frueher haette ich ihn ueber das chinesische Reisebuero in Oberschleissheim, dass mir meine Kollegin Hong vermittelt hatte, sogar noch fuer 400 bekommen (CA hat seit einiger Zeit eine enge Kooperation mit der Lufthansa, was einem dann auch noch Miles&More einbringt, trotzdem sie noch nicht der Star Alliance angehoeren).
Meine erste Nacht in einem rein chinesischen Hotel in Beijing ebenso vermittelt durch Hong (danke, Hong ;-) um den Jetlag zu kompensieren. Bald nach meiner Ankunft treffen dank Hongs Beziehungen meine vier Inlandstickets gebucht vor Ort im Hotel ein. Mit Zeichensprache und ganz wenigen Brocken englisch machen mir die Hotelangestellten dieses und anderes wichtiges Im Hotel klar.
Persoenliche Beziehungen (Guanxi) sind in China etwas eminent Wichtiges, leider hat man als westlicher Tourist meist recht wenig davon.
Die Reiseziele fuer die Inlandsfluege habe ich mit der Hilfe von Hong und einer kurzen Lektuere meiner Reisefuehrer der Stadtbibliothek gewaehlt (Dumont ist super fuer Kulturelles, Geschichte, Hintergruende usw., Lonely Planet ist unersetzbar fuer konkrete Adressen und Infos vor Ort, v.a. unteres Preissegment). Eine richtige Reiseplanung ist ja nicht so mein Fall, was in Zeiten des Flows auch super vor Ort klappt, in Zeiten wenn es stockt einen Alleinreisenden wie mich allerdings auch ganz schoen zerfressen kann.
Meine Wahl fiel auf die Provinzen Yunnan und Guangxi im Sueden, Shanghai im Osten und Beijing mit Shaanxi im Nordosten bzw. Zentrum. Nach einem guten Drittel meiner Reise kann ich sagen, dass diese Auswahl zwar nicht schlecht zu sein scheint, aber auch ganz schoen viel Holz fuer die drei Wochen ist!
Eine wichtige Erfahrung ist es, die Flugziele immer moeglichst nah an die Sehenswuerdigkeiten zu legen, die einen interessieren, sonst laeuft einem die Zeit und die Geduld in vollen Zuegen oder Bussen in diesem riesigen Land davon. Naiv war meine Vorstellung immer erst einmal die Provinzhauptstaedte anzusteuern, denn in China haben selbst scheinbar unscheinbare Provinzstaedte auf der Landkarte wie Guilin in Guangxi ueber 1 Mio. Einwohner und selbstverstaendlich einen Flughafen. Provinzhauptstaedte wie Yunnans Kunming mit seinen 4,5 Mio. EW sind grosse Metropolen, auch wenn sie bei uns keiner kennt und man braucht allein 2h mit dem Bus ehe man ueberhaupt draussen ist. Die chinesischen Staedte, die mir als Laien bekannt sind, wie z.B. Beijing oder Shanghai sind Megastaedte mit jeweils annaehernd 14 Mio. EW.
Zurueck zu meiner Reise ... halbwegs ausgeschlafen - es war schon wieder nachts - erkundete ich mein Viertel Dongzhimen in Beijing zu Fuss auf der Suche nach einem Restaurant. Ich landete in einem gehobenen Lokal (alles zusammen fuer 162 Yuan, also 16 Euro), fuer einfachere Lokale hatte ich noch keinen Blick und fuer eine der Millionen Garkuechen Chinas an allen Strassenecken noch keinen Mut.
Ich bestellte per "Speisekarten Fingerzeig" auf ein Photo des Gerichts einen Fischtopf. Dieses Land spricht derzeit nur an ganz wenigen Orten mit besonders vielen westlichen Touristen etwas englisch.
Irgendetwas wollte mir die Bedienung sagen, als sie dreimal auf chinesisch nachfragte, ob der Fischtopf wirklich meine Wahl sei. Im Zweifel fest bleiben dachte ich mir und Fisch ist ja schliesslich kein kulinarisches Experiment von denen es in China wahrlich genug gibt! Der Fisch, der dann kam war auch ausgezeichnet, allerdings 1,5 kg mit Beilagen in einem Topf, in dem man bei uns eine ganze Forellenfamilie haette garkochen koennen. Die Menge und die Tatsache, dass in China das Tier immer ganz serviert wird - also hier auch alle Graeten und irgendwann guckte mich auch der Kopf mit seinen Augen aus dem Topf an - schafften mir ein kulinarisches Erlebnis von zweieinhalb Stunden. Abgerundet durch zwei Tsingtao Bier (0,6l) deutschen Ursprungs schleppte ich mich zurueck in mein Hotel und war bedient.
Meine erste Nacht in einem rein chinesischen Hotel in Beijing ebenso vermittelt durch Hong (danke, Hong ;-) um den Jetlag zu kompensieren. Bald nach meiner Ankunft treffen dank Hongs Beziehungen meine vier Inlandstickets gebucht vor Ort im Hotel ein. Mit Zeichensprache und ganz wenigen Brocken englisch machen mir die Hotelangestellten dieses und anderes wichtiges Im Hotel klar.
Persoenliche Beziehungen (Guanxi) sind in China etwas eminent Wichtiges, leider hat man als westlicher Tourist meist recht wenig davon.
Die Reiseziele fuer die Inlandsfluege habe ich mit der Hilfe von Hong und einer kurzen Lektuere meiner Reisefuehrer der Stadtbibliothek gewaehlt (Dumont ist super fuer Kulturelles, Geschichte, Hintergruende usw., Lonely Planet ist unersetzbar fuer konkrete Adressen und Infos vor Ort, v.a. unteres Preissegment). Eine richtige Reiseplanung ist ja nicht so mein Fall, was in Zeiten des Flows auch super vor Ort klappt, in Zeiten wenn es stockt einen Alleinreisenden wie mich allerdings auch ganz schoen zerfressen kann.
Meine Wahl fiel auf die Provinzen Yunnan und Guangxi im Sueden, Shanghai im Osten und Beijing mit Shaanxi im Nordosten bzw. Zentrum. Nach einem guten Drittel meiner Reise kann ich sagen, dass diese Auswahl zwar nicht schlecht zu sein scheint, aber auch ganz schoen viel Holz fuer die drei Wochen ist!
Eine wichtige Erfahrung ist es, die Flugziele immer moeglichst nah an die Sehenswuerdigkeiten zu legen, die einen interessieren, sonst laeuft einem die Zeit und die Geduld in vollen Zuegen oder Bussen in diesem riesigen Land davon. Naiv war meine Vorstellung immer erst einmal die Provinzhauptstaedte anzusteuern, denn in China haben selbst scheinbar unscheinbare Provinzstaedte auf der Landkarte wie Guilin in Guangxi ueber 1 Mio. Einwohner und selbstverstaendlich einen Flughafen. Provinzhauptstaedte wie Yunnans Kunming mit seinen 4,5 Mio. EW sind grosse Metropolen, auch wenn sie bei uns keiner kennt und man braucht allein 2h mit dem Bus ehe man ueberhaupt draussen ist. Die chinesischen Staedte, die mir als Laien bekannt sind, wie z.B. Beijing oder Shanghai sind Megastaedte mit jeweils annaehernd 14 Mio. EW.
Zurueck zu meiner Reise ... halbwegs ausgeschlafen - es war schon wieder nachts - erkundete ich mein Viertel Dongzhimen in Beijing zu Fuss auf der Suche nach einem Restaurant. Ich landete in einem gehobenen Lokal (alles zusammen fuer 162 Yuan, also 16 Euro), fuer einfachere Lokale hatte ich noch keinen Blick und fuer eine der Millionen Garkuechen Chinas an allen Strassenecken noch keinen Mut.
Ich bestellte per "Speisekarten Fingerzeig" auf ein Photo des Gerichts einen Fischtopf. Dieses Land spricht derzeit nur an ganz wenigen Orten mit besonders vielen westlichen Touristen etwas englisch.
Irgendetwas wollte mir die Bedienung sagen, als sie dreimal auf chinesisch nachfragte, ob der Fischtopf wirklich meine Wahl sei. Im Zweifel fest bleiben dachte ich mir und Fisch ist ja schliesslich kein kulinarisches Experiment von denen es in China wahrlich genug gibt! Der Fisch, der dann kam war auch ausgezeichnet, allerdings 1,5 kg mit Beilagen in einem Topf, in dem man bei uns eine ganze Forellenfamilie haette garkochen koennen. Die Menge und die Tatsache, dass in China das Tier immer ganz serviert wird - also hier auch alle Graeten und irgendwann guckte mich auch der Kopf mit seinen Augen aus dem Topf an - schafften mir ein kulinarisches Erlebnis von zweieinhalb Stunden. Abgerundet durch zwei Tsingtao Bier (0,6l) deutschen Ursprungs schleppte ich mich zurueck in mein Hotel und war bedient.
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Mittwoch, 26. Juli 2006
Das Reich der Mitte Teil 1: Alleine-Reisen und der Flow
frankybody, 19:10h
Bin nun gerade vier Tage unterwegs, es fuehlt sich aber nach weit mehr an.
Nun ja, selbst fuer chinesische Verhaeltnisse und Dimensionen bin ich in diesen paar Tagen schon weit herumgespuelt worden ... von Bejing per Inlandsflug nach Guilin in der Provinz Guangxi ganz im Sueden und dann per Seeweg auf dem Lijiang Fluss nach Yangshou.
Meine Bedenken und Zweifel - wohl typisch fuer Alleine-Reisen, deren Ziel und Route eher spontan und zufaellig entstanden sind - was ich hier (in China) tue und ob das mit der Reise jetzt ueberhaupt eine gute Entscheidung ist, sind zugunsten einer erwachten Abenteuerlust vollstaendig gewichen.
Nicht einmal eine Woche ist es her, da sassen meine Freundin Martina und ich in einem Musical in der Schule ihrer Nichte in Baden-Baden.
Ein Kaufmann isoliert sich zuhause in seiner Luxuswohnung mit allen moeglichen Dingen, die Freude machen sollen. Irgendwann stellt er fest, dass er keine Freude mehr empfinden kann und die Lust am Leben verloren hat. Eine alte Frau ueberredet ihn, sein Haus zu verlassen. Sie fuehrt ihn in einen fremden Wald, in dem er alleine seinen Aengsten, Zweifeln und Gefuehlen ausgesetzt ist. Das ist die Initialzuendung fuer seinen "Turnaround", die Frau ist nun nicht mehr alt und er findet die Freude am Leben und an den einfachen Dingen wieder.
Die "alte Frau" ist gleichsam das Leben selbst, das er (wieder) in einem neuen Gewand lieben lernt.
Manche nennen das den "Flow" am Alleine-Reisen, wenn das passiert.
Mein Leben offenbart sich neu in gruenen Parks vor traumhaften Kulissen chinesischer Karsthuegel, in spannenden Begegnungen mit fremden Menschen, in der wegweisenden Auseinandersetzung mit buddhistischer, daoistischer und konfuzianisch gepraegter Kultur und Denkweise, in der Beobachtung faszinierend eigenartiger Insekten ...
aber auch in der staendigen Gegenwart grosser Armut und abstossendem Leid geschundener Tiere und Menschen, in katastrophaler Umweltverschmutzung und -zerstoerung und auch in der ernuechternden Allgegenwart materiellen Denkens und Handelns.
Nun ja, selbst fuer chinesische Verhaeltnisse und Dimensionen bin ich in diesen paar Tagen schon weit herumgespuelt worden ... von Bejing per Inlandsflug nach Guilin in der Provinz Guangxi ganz im Sueden und dann per Seeweg auf dem Lijiang Fluss nach Yangshou.
Meine Bedenken und Zweifel - wohl typisch fuer Alleine-Reisen, deren Ziel und Route eher spontan und zufaellig entstanden sind - was ich hier (in China) tue und ob das mit der Reise jetzt ueberhaupt eine gute Entscheidung ist, sind zugunsten einer erwachten Abenteuerlust vollstaendig gewichen.
Nicht einmal eine Woche ist es her, da sassen meine Freundin Martina und ich in einem Musical in der Schule ihrer Nichte in Baden-Baden.
Ein Kaufmann isoliert sich zuhause in seiner Luxuswohnung mit allen moeglichen Dingen, die Freude machen sollen. Irgendwann stellt er fest, dass er keine Freude mehr empfinden kann und die Lust am Leben verloren hat. Eine alte Frau ueberredet ihn, sein Haus zu verlassen. Sie fuehrt ihn in einen fremden Wald, in dem er alleine seinen Aengsten, Zweifeln und Gefuehlen ausgesetzt ist. Das ist die Initialzuendung fuer seinen "Turnaround", die Frau ist nun nicht mehr alt und er findet die Freude am Leben und an den einfachen Dingen wieder.
Die "alte Frau" ist gleichsam das Leben selbst, das er (wieder) in einem neuen Gewand lieben lernt.
Manche nennen das den "Flow" am Alleine-Reisen, wenn das passiert.
Mein Leben offenbart sich neu in gruenen Parks vor traumhaften Kulissen chinesischer Karsthuegel, in spannenden Begegnungen mit fremden Menschen, in der wegweisenden Auseinandersetzung mit buddhistischer, daoistischer und konfuzianisch gepraegter Kultur und Denkweise, in der Beobachtung faszinierend eigenartiger Insekten ...
aber auch in der staendigen Gegenwart grosser Armut und abstossendem Leid geschundener Tiere und Menschen, in katastrophaler Umweltverschmutzung und -zerstoerung und auch in der ernuechternden Allgegenwart materiellen Denkens und Handelns.
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