Freitag, 11. August 2006
Das Reich der Mitte Teil 5: Sag mir was du isst und ich sag dir wer du bist
frankybody, 20:10h
Nun aber zum gemuetlicheren Teil, dachte ich und fahre mit Pam zum Abendessen.
Er waehlt ein Spezialitaetenrestaurant (einer suedlich gelegenen chinesischen Provinz).
Pam und ich studieren die Speisekarte. Er fragt mich, ob ich schon einmal 'Schlange' gegessen habe, sei aber sehr teuer. Ich lehne dankend ab, natuerlich wegen des Preises ;-)
Als leckere Alternative empfiehlt er 'Bamboo Mouse'. Zoegernd frage ich nach, ob diese Tiere vielleicht vom Aussterben bedroht seien (diese Frage ist wohl typisch fuer einen Deutscher aus der Generation 'Grzimek'). 'Nein' meint er spontan, 'in manchen Gegenden sind sie eine wahre Plage. Meine Neugier ist geweckt und gewinnt schnell die Oberhand ueber meine fraengische Skepsis ('was der Bauer net kennt, frisst er auch net'). 'Hmm, Bambusmaeuse lecker ...'
Dann Pams ueberraschende Frage, ob ich die Bambusmaus vorher sehen mag. Voreilig sage ich zu, so fuehrt unsere Bedienung Pam und mich vor das Restaurant. Jetzt erst faellt mir die Auswahl lebendiger Tiere dort auf, auf die jeder Kleintierzoo in Deutschland stolz gewesen waere.
Dort tummeln sich Huehner, Schlangen, Fische unterschiedlichster Arten, Krebse und Krabben, lebendige Wuermer und - die Bedienung deutet auf einen Kaefig ganz rechts hinten - Bambusmaeuse. Die Bedienung fragt uns, welche wir denn gerne haetten. Ich sehe genauer hin. Fuenf oder sechs gar nicht kleine Pelztiere kuscheln sich eng aneinander in einem Eck des Kaefigs. Sie oeffnet den Kaefig und pacht ein kaninchengrosses Tier mit einer Holzzange unsanft hinter dem Kopf und setzt es auf die Strasse. Es guckt links und rechts und putzt sich mit den kleinen Pfoetchen das Gesichtchen. Das war zuviel. Schlagartig bricht die Front meiner Neugier auf der ganzen Laenge zusammen und verschwindet so schnell sie gekommen war. Uebrig bleibt nicht nur Skepsis, sondern pure Ablehnung. Ich moechte nicht fuer den Tod dieses putzigen Wesens verantwortlich sein. Mag sein, dass meine Ablehnung das Schicksal dieses Tieres nur verlaengert und nicht aufhebt, trotsdem mein Entschluss stand fest, ich packe Pam am Arm und ziehe ihn mit zurueck in das Lokal, begleitet von einem 'ich habe es mir anders ueberlegt'.
Die Bedienung blickt uns verstaendnislos nach. Neben einem Teller mit 'Pork' und einem mit 'Shrimps' kommt nur Gemuese auf unseren Tisch. Es gibt erstaunlich viele Gemuesesorten in China, sehr lecker zubereitet. Als wir das Lokal verlassen, faellt mir ein, wie wohl das kleine Schwein ausgesehen haben muss, das fuer unser 'Pork' herhalten musste. Ich nehme mir vor, noch einmal ueber das Thema "Vegetarier Pro's & Con's" nachzudenken, nachdem ja soviele meiner Freunde bereits dieser Spezies angehoeren ...
Draussen wartet neben dem Taxifahrer Pam's Chef, der auch gleich mit nach Hause gefahren werden soll. Ich unterhalte mich kurz mit ihm, er fragt mich wohin ich am naechsten Tag weiterreise. Als er von meiner Flussfahrt nach Yangshou hoert, bietet er sich mit seinen Kontakten fuer Hotels usw. auch fuer diese Stadt an. Das wird in ein bisschen zuviel. Auf dem Weg zu meinem Hotel lasse ich mir aber seine Karte geben. 'Fuer den Fall, dass ich selbst nichts finde', denke ich mir.
Er waehlt ein Spezialitaetenrestaurant (einer suedlich gelegenen chinesischen Provinz).
Pam und ich studieren die Speisekarte. Er fragt mich, ob ich schon einmal 'Schlange' gegessen habe, sei aber sehr teuer. Ich lehne dankend ab, natuerlich wegen des Preises ;-)
Als leckere Alternative empfiehlt er 'Bamboo Mouse'. Zoegernd frage ich nach, ob diese Tiere vielleicht vom Aussterben bedroht seien (diese Frage ist wohl typisch fuer einen Deutscher aus der Generation 'Grzimek'). 'Nein' meint er spontan, 'in manchen Gegenden sind sie eine wahre Plage. Meine Neugier ist geweckt und gewinnt schnell die Oberhand ueber meine fraengische Skepsis ('was der Bauer net kennt, frisst er auch net'). 'Hmm, Bambusmaeuse lecker ...'
Dann Pams ueberraschende Frage, ob ich die Bambusmaus vorher sehen mag. Voreilig sage ich zu, so fuehrt unsere Bedienung Pam und mich vor das Restaurant. Jetzt erst faellt mir die Auswahl lebendiger Tiere dort auf, auf die jeder Kleintierzoo in Deutschland stolz gewesen waere.
Dort tummeln sich Huehner, Schlangen, Fische unterschiedlichster Arten, Krebse und Krabben, lebendige Wuermer und - die Bedienung deutet auf einen Kaefig ganz rechts hinten - Bambusmaeuse. Die Bedienung fragt uns, welche wir denn gerne haetten. Ich sehe genauer hin. Fuenf oder sechs gar nicht kleine Pelztiere kuscheln sich eng aneinander in einem Eck des Kaefigs. Sie oeffnet den Kaefig und pacht ein kaninchengrosses Tier mit einer Holzzange unsanft hinter dem Kopf und setzt es auf die Strasse. Es guckt links und rechts und putzt sich mit den kleinen Pfoetchen das Gesichtchen. Das war zuviel. Schlagartig bricht die Front meiner Neugier auf der ganzen Laenge zusammen und verschwindet so schnell sie gekommen war. Uebrig bleibt nicht nur Skepsis, sondern pure Ablehnung. Ich moechte nicht fuer den Tod dieses putzigen Wesens verantwortlich sein. Mag sein, dass meine Ablehnung das Schicksal dieses Tieres nur verlaengert und nicht aufhebt, trotsdem mein Entschluss stand fest, ich packe Pam am Arm und ziehe ihn mit zurueck in das Lokal, begleitet von einem 'ich habe es mir anders ueberlegt'.
Die Bedienung blickt uns verstaendnislos nach. Neben einem Teller mit 'Pork' und einem mit 'Shrimps' kommt nur Gemuese auf unseren Tisch. Es gibt erstaunlich viele Gemuesesorten in China, sehr lecker zubereitet. Als wir das Lokal verlassen, faellt mir ein, wie wohl das kleine Schwein ausgesehen haben muss, das fuer unser 'Pork' herhalten musste. Ich nehme mir vor, noch einmal ueber das Thema "Vegetarier Pro's & Con's" nachzudenken, nachdem ja soviele meiner Freunde bereits dieser Spezies angehoeren ...
Draussen wartet neben dem Taxifahrer Pam's Chef, der auch gleich mit nach Hause gefahren werden soll. Ich unterhalte mich kurz mit ihm, er fragt mich wohin ich am naechsten Tag weiterreise. Als er von meiner Flussfahrt nach Yangshou hoert, bietet er sich mit seinen Kontakten fuer Hotels usw. auch fuer diese Stadt an. Das wird in ein bisschen zuviel. Auf dem Weg zu meinem Hotel lasse ich mir aber seine Karte geben. 'Fuer den Fall, dass ich selbst nichts finde', denke ich mir.
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